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Stammbücher: Leonardo Padura – „Ein perfektes Leben“

In der Reihe „Stammbücher“ stelle ich vom Welttag des Buches am 23. April bis zur Landtagswahl am 14. Mai insgesamt 21 Bücher vor, die mich geprägt oder beschäftigt haben.

Kuba steht seit über 20 Jahren auf der Liste der Orte, die ich irgendwann noch einmal gesehen haben möchte. Während meines Studiums habe ich deshalb sogar schon mal einen VHS-Spanischkurs begonnen (und erfolglos abgebrochen). Leider werden die Gelegenheiten zu dieser Fernreise mit Familie nicht zahlreicher und weil die Insel seit der Öffnung des Landes hin zum einstigen Klassenfeind möglicherweise bald zum Disneyland verkommt, rennt ein wenig die Zeit.

Bislang habe ich mich immer mit Fantasie-Reisen nach Kuba beholfen. Ein sehr schönes Ticket dorthin stellt das Havanna-Quartett von Leonardo Padura dar, das mit „Ein perfektes Leben“ startet. Im Gewand eines Krimis kommt diese Gegenwartskritik daher. Ermittler Mario Conde schleppt sich durch Mangelwirtschaft und Korruption von Fall zu Fall und seinem Schöpfer Padura gelingt es, die kubanische Gesellschaft unbeschadet von Zensur und persönlichen Anwürfen kritisch zu beschreiben.

Klischees von Kuba haben in diesen Büchern keinen Platz. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bleibt die Insel mein Sehnsuchtsort.

Herzliche Einladung!

Am 6. Mai 2017 werde ich ab 15 Uhr auf Einladung der SPD Xanten meine „besten Seiten“ zeigen. Bei Kaffee und Kuchen stelle ich Lieblingsbücher vor und komme mit meinen Gästen ins Gespräch. Herzliche Einladung! Anmeldungen per Mail.

„Ein perfektes Leben“ von Leonardo Padura kann man u.a. in meiner Heimat-Buchhandlung „Am Rathaus“ bestellen.

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Stammbücher: „Königsschießen“ von Leenders/Bay/Leenders

Von Krimis kann ich nie genug bekommen. Keine Ahnung, welcher mein erster war. Vorher war wohl noch eine Thriller-Phase mit Jeffrey Archer und Frederick Forsyth, bevor es mich aus der großen Welt die internationalen Spionage zurück an den Niederrhein zog: Die Geschichten des Klever Autoren-Trios Leenders/Bay/Leenders habe verschlang ich Stück für Stück. Und bis heute gehöre ich zu denen, die jede Neuerscheinung aus der Feder der drei vorbestellen.

Mit „Königsschießen“ fängt die lange Reihe um Kriminalkommissar Toppe an, der sich in den ersten Bänden privat von seiner Familie entfernt und stattdessen in seine jüngere Kollegin Astrid verliebt. Das und die Kodderschnotze des niederrheinischen Originals Ackermann sind die Nebenstränge, die das eigentliche Salz in der Suppe ausmachen. Denn die Entwicklung der Figuren macht zunächst den Reiz der Geschichten aus. Der verblasst leider mit der Zeit und nicht jede der Kriminalgeschichten mag gleich gut zu unterhalten. Aber auch hier gilt: einmal Fan, immer Fan.

In der Reihe „Stammbücher“ stelle ich vom Welttag des Buches am 23. April bis zur Landtagswahl am 14. Mai insgesamt 21 Bücher vor, die mich geprägt oder beschäftigt haben.

Den ersten Band der Niederrhein-Krimis gibt es u.a. in der Kamp-Lintforter „Buchhandlung am Rathaus“. 

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Stammbücher: Dave Eggers „Der Circle“

In der Reihe „Stammbücher“ stelle ich vom Welttag des Buches am 23. April bis zur Landtagswahl am 14. Mai insgesamt 21 Bücher vor, die mich geprägt oder beschäftigt haben.

Die schöne neue Welt, die Dave Eggers in seiner Dystopie beschreibt, scheint mir nicht mehr weit entfernt zu sein. Der Circle ist eine Internetfirma, die man sich wie die Vereinigung von Google, Amazon und Facebook vorstellen muss. Wer hier arbeiten darf, der ist privilegiert. Gleichzeitig ruht immenser Druck auf neue Mitarbeiter wie die 24-jährige Mae Holland, die Hauptfigur des Buches. 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche muss sie quasi online sein, ihren digitalen Status pflegen und mit Kollegen ihre Freizeit teilen.

100-prozentige Transparenz ist das Ziel, das der Circle verfolgt. Dafür sollen weltweit Kameras verteilt werden und auch jeder Politiker soll mit einer Kamera um den Hals 24/7 dokumentieren: Ich habe nichts zu verbergen!

Was, wenn diese Forderung eines Tages tatsächlich an uns Politiker gestellt würde? Davor gruselt es mich, denn es gibt in jedem Leben und jeder Profession Bereiche, die privat bleiben müssen! Spätestens mit Dave Eggers düsterer Utopie im Stile von Huxleys „Schöner neuer Welt“ wird klar, warum wir eine Diskussion um Datenschutz und Privatsphäre im Netz brauchen. Wer’s nicht glaubt, soll’s selber lesen.

Herzliche Einladung!

Am 6. Mai 2017 werde ich ab 15 Uhr auf Einladung der SPD Xanten meine „besten Seiten“ zeigen. Bei Kaffee und Kuchen stelle ich Lieblingsbücher vor und komme mit meinen Gästen ins Gespräch. Herzliche Einladung! Anmeldungen per Mail.

„Der Circle“ von Dave Eggers kann man u.a. in meiner Heimat-Buchhandlung „Am Rathaus“ bestellen.

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Stammbücher: Stefan Zweigs „Schachnovelle“

In der Reihe „Stammbücher“ stelle ich vom Welttag des Buches am 23. April bis zur Landtagswahl am 14. Mai insgesamt 21 Bücher vor, die mich geprägt oder beschäftigt haben.

Als Junge habe ich einige Jahre lang  – leider ziemlich mittelmäßig – Schach im Verein „Turm Lintfort“ gespielt. Meine Mutter kaufte mir damals dieses Buch mit der Empfehlung, das doch mal zu lesen. Die rund 100 Seiten in dieser Ausgabe des Fischer-Verlags habe ich verschlungen. Sie handeln von Dr. B., der auf einer längeren Schiffsreise in die Schachpartie zwischen einem amtierenden Großmeister und einem unbegabten Millionär eingreift. Erfolgreich und sehr souverän. Doch woher kommt diese Präzision? Und warum ist Dr. B. mit seinem Können nicht selber Schachgroßmeister?

Die Antwort führt in die Tiefen der Psyche: Von der Gestapo eingesperrt und isoliert konnte sich Dr. B. monatelang nur mit einem Buch über „150 Schachpartien“ beschäftigen. Als man ihm das auch noch abnimmt, spielt er diese und zig weitere Partien im Kopf nach. Immer genialer aber dafür umso überhitzter wird sein Geist, bis er schließlich einem Nervenfieber verfällt und daraufhin freigelassen wird. Die neuerlichen Partien auf dem Schiff sind für ihn nun eine möglicherweise tödliche Versuchung…

Spannend oder tiefgründig ist diese Novelle – je nach dem, wie man sie lesen möchte. Die Geschichte um Genialität und Wahnsinn hat mich zutiefst beeindruckt. Bis heute.

Herzliche Einladung!

Darüber hinaus werde ich am 6. Mai ab 15 Uhr auf Einladung der SPD Xanten meine „besten Seiten“ zeigen. Bei Kaffee und Kuchen stelle ich Lieblingsbücher vor und komme mit meinen Gästen ins Gespräch. Herzliche Einladung!

Die „Schachnovelle“ von Stefan Zweig kann man u.a. in meiner Heimat-Buchhandlung „Am Rathaus“ bestellen.

 

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Google-Streit: Kein Showdown zwischen Döpfner und Jarvis

Mit Spannung erwartet wurde das Aufeinandertreffen von Springer-CEO Mathias Döpfner und Journalistik-Professor Jeff Jarvis beim diesjährigen Global Media Forum, hatten die beiden sich doch in den vergangenen Monaten in Internetbeiträgen zum Teil heftig behakt. Zentrale Frage: Gehört Google als Monopolist reguliert oder nicht?

Wer auf ein großes Rededuell gehofft hatte, wurde leider enttäuscht. Man sah beiden an, dass sie gerne ihren Dissenz offen ausdiskutiert hätten – allein Moderator Tim Sebastian grätschte immer wieder dazwischen. Die Überschrift des Panels zur Zukunft des Journalismus wollte einfach nicht so recht passen.

Bemerkenswert der Seitenhieb am Rande, wonach Döpfner sich darüber wunderte, Jarvis‘ Buch gar nicht kostenlos herunterladen zu können, sondern es erst für 20 Dollar bei Amazon kaufen zu müssen.

Das veranlasste den US-Amerikaner später zu der Frage, ob es noch Kapitalismus sei, wenn man zur Regierung renne, um einen Konkurrenten zerschlagen zu lassen.
Döpfner: „Ein Monopol ist auch nicht gerade kapitalistisch.“

So endete diese Begegnung unentschieden und leider war’s eine vertane Chance, beide nicht ungezügelt aufeinander losgelassen zu haben. Die Diskussion geht dennoch weiter.

 

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7-Tage-Regelung nicht mehr zeitgemäß

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Mit Experten haben wir heute darüber diskutiert, ob öffentlich-rechtliche Inhalte nicht länger als sieben Tage im Internet abrufbar sein sollten. Schließlich haben die Zuschauer dafür bereits bezahlt. Stimmt zwar nicht ganz, weil die Produzenten meist Zweit- und Drittverwertung mit einkalkulieren, doch könnte die zusätzliche Veröffentlichung ja honoriert werden. Wie teuer das wäre, weiß leider keiner.

Fazit für mich: Lasst uns etappenweise Inhalte – soweit möglich unter cc-Lizenz – unbefristet online stellen. Zuerst die komplett eigenproduzierten Sendungen wie beispielsweise Beiträge aus der Lokalzeit. Am Ende steht dann vielleicht eine Plattform mit kostenlosen und bezahlten Inhalten, durch die auch die Produzenten letztlich zusätzliche Einnahmen generieren können!